Meerschweinchen Morgen


Aufwachen. Vorderpfoten wegstrecken, einmal ganz herzhaft gähnen und die langen Nagezähne präsentieren. Noch mal strecken. O.k. einigermaßen wach. Jetzt erst mal was fressen. Linkes Vorderbein und rechtes Hinterbein gleichzeitig. Dann rechts vorne und links hinten. Muck Muck dazu im Takt. Ein Schluck Wasser aus der Tränke und weiter.
Was ist das?
Skandal.
Notstand.
Katastrophe.
Krise.
Unmöglich.
Das kann nicht sein!
Die Raufe ist leer!
TOTAL leer!
Was für ein mieser Service. Und dabei ist es schon hell. Und Samstag.
Links vorne, rechts hinten, vorne rechts und hinten links zum Käfigrand. Auf die Hinterbeinchen stellen.
QUIETSCH! Wie ein Kessel? Ein Schwarm Wellensittich? Egal. Hauptsache laut. Bei so einer Vernachlässigung muss man sich sofort beschweren. Sonst wird das zur Routine. Wo waren die Koffer und die Nummer vom Tierschutz?
Die Mitbewohnerin wird wach. Ein kurzer Blick zur Raufe, auf die leere Raufe und dann Betteln im Duett.
Quietschkonzert.
Endlich Schritte. Nach einer Ewigkeit!
Hey, Mensch!
Zweibein.
Gurkenschäler.
Fellloser.
Wir. Haben. Hunger.
Raschel. Knister. Ja, das hört sich gut an. Trotzdem nicht aufhören. Das Loch im Magen wächst.
Juhu! Die morgendliche Portion Heu. Runter mit den Füßen vom Käfigrand, auf der Stelle drehen und ab zum Frühstück. Moment. Noch ein Knistern? Eine kleinere Tüte. Umdrehen und zurück in die andere Richtung. Ein Bananenchip. Lecker. Klasse. Freudiges muggen.
O.k. Futtersklave für heute nehmen wir die Entschuldigung an. Aber morgen bist du pünktlich. Sonst bist du uns mindestens zwei Chips schuldig.

Für meine Curly und Roxy, die ich auf Grund einer vollkommen falschen Diagnose eines Tierarztes verloren habe...


Patterns (c) Text (c) Yonne Wacker

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