.:Masken:.
Titel: Masken
Genre: Jugendbuch
Altersempfehlung: 12 Jahre
Verlag: ReDiRoma Verlag
ISBN: 978-3-9811245-4-5
Preis: 6,90€
Seiten: 56
Masken ist für Leser ab 12 Jahren geeignet und beleuchtet das Thema Mobbing und Gewalt unter Jugendlichen einmal von einer anderen Seite. Sarah erzählt aus ihren Erinnerungen an die Schulezeit, wo sie und ihre Klasse große Probleme mit einer kleinen Gruppe von Jungs hatte die alle terrorisierten und auch die Lehrer kaum etwas dagegen tun konnte. Doch als Wesley neu in die Klasse kommt, nimmt das ganze eine Wendung, denn dieser lässt sich nicht so leicht einschüchtern, auch wenn er selber Probleme mit seiner Familie hat.
Warum Masken?
Das mögen sich wohl einige Fragen, wenn sie diesen Titel lesen. Mit diesem Buch möchte ich zeigen, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint und dass Täter und Opferrollen sehr schnell tauschen können. Ich finde es wichtig, dass man das Verhalten von Menschen immer hinterfragt. Niemand handelt einfach ohne Grund und wenn man eine Handlung nicht nachvollziehen kann, so ist es immer wichtig nachzuhaken. Einen Menschen einfach in eine Schublade zu stecken, ist sicher nicht der richtige Weg.
Es ist nicht abwegig, dass die Menschen, die sich als stark präsentieren hinter ihrer Fassade gar nicht so mutig sind und nur große Sprüche klopfen, weil sie ihre Schwächen nicht zugeben wollen.
Auf der anderen Seite kann jemand, den man für schüchtern und zurückhaltend sein kann über sich hinaus wachsen und sie sind es meist, die von andere vollkommen unterschätzt werden.
Von diesem Thema handelt Masken.Leseprobe
Vorwort
Hallo! Mein Name ist Sarah. Die kleine, langweilige, durchschnittliche Sarah. Ich weiß nicht, ob du bereit bist mich zu hören, denn es ist mir durchaus bekannt, dass ich Dinge sage, die du nicht hören willst. Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die aus Angst, vor dem, was wirklich ist, eine Maske tragen, um andere damit zu täuschen. Sie täuschen andere, um der Realität zu entfliehen, weil sie diese nicht mehr wahrhaben wollen oder ertragen können. Doch manchmal gelingt es jemanden hinter diese Maske zu blicken.
Was ich auch weiß ist, dass wir lieber die Auswirkungen bekämpfen, als nach den Ursachen zu suchen. Nach den Ursachen beginnen wir erst zu forschen, wenn uns die Probleme über den Kopf wachsen und wir dann bereit sind alles zu tun, um den Zustand zu verändern. Ich war eine lange Zeit nicht anders, doch das Leben hat mich gelehrt, mein bisheriges Handeln zu überdenken.
Aber ich werde dir noch mehr erzählen. Du wirst Opfer und Täter kennen lernen und sehen, dass es manchmal nicht einfach ist die Grenzen wirklich zu erkennen.
Bist du noch da?
Hallo! Ist da jemand?
Teil 1
Wenn man etwas erzählen will, so ist es immer schwer einen Anfang zu finden. Würde ich zu weit in der Vergangenheit beginnen, so wärest du sicher sehr bald gelangweilt. Schreite ich zu weit fort, so könntest du mir vielleicht nicht mehr folgen.
Ich denke, es genügt, wenn ich einen Tag vor dem großen Sturm, der das Wasser zum Schäumen brachte, beginne. Ich kann mich dran erinnern, als wäre es gestern gewesen.
Es war an einem Freitag und ich war sauer. Weißt du, meine Klasse war sehr schwierig. Wir hatten einen Handvoll Schüler, die es geschafft hatten, den gesamten Unterricht fast vollständig zum Erliegen zu bringen. Die anderen Schüler hatte Angst vor ihrem Psychoterror. Wie nennt man das? Ach ja, genau – Mobbing. Wenn du schon selber einmal in einer solchen Situation gewesen sein solltest, dann weißt du sicher, wie schwer es zu beschreiben ist. Eine Mischung aus Angst, Unbehagen und immer weiter schwindenden Selbstwertgefühl. Hinzu kommt der grausame Schmerz, der sich in die Seele brennt, wenn du irgendwann den Punkt erreichst, an dem du feststellst, dass du hilflos bist.
So ging es mir zu diesem Zeitpunkt. Mir war vollkommen bewusst, dass ich hilflos war, aber in mir brannte immer noch eine kleine Flamme, die mir half mich zu wehren. Auch wenn dieser
Widerstand mit jedem Tag kleiner wurde, so wollte ich in meiner Hilflosigkeit auf keinen Fall auch noch wehrlos werden. Meine Seele brauchte diesen ständigen Kampf, um nicht ganz zu verkümmern.
Bei uns in der Klasse, waren es aber nicht nur die Schüler, die unter den Wenigen leiden mussten, sondern auch die Lehrer. Denn aus Angst ausgelacht zu werden, traute sich kaum noch einer sich zu melden.
Einen Lehrer hatten sie damit schon so weit gebracht, dass er unsere Klasse abgegeben hatte, weil er sich nicht mehr zu helfen gewusst hatte. Daraufhin bekamen wir einen neuen Lehrer in Mathe und er war auch der Grund, warum ich so sauer war. Herr Seifert hatte sofort begonnen die Klasse mit harter Hand zu unterrichten und ließ sich nichts gefallen. Was ich natürlich erst einmal richtig gut fand. In mir war tatsächlich wieder
Hoffnung aufgekeimt.
Was ich allerdings überhaupt nicht gut fand, war, dass Her Seifert nicht nur die Chaoten bestrafte, sondern auch alle die, welche nichts getan hatte und eigentlich schon gestraft genug waren. Um den Unterrichtsstoff aufzuholen, den wie auf Grund der ständigen Störungen versäumt hatten, mussten wir Montags nun immer zur ersten, statt zur zweiten Stunde kommen. Zunächst hatte er das Nachholen durch zusätzliche Hausaufgaben geplant. Nachdem sich die Chaoten aber so beschwerten, dass sie dann Nachmittags keine Zeit mehr hatten, war Herr Seifert sauer geworden. Daraufhin entschied er, dass wir auch Montags zusätzlich eine Stunde Unterricht bekommen sollte. Ich war wenig begeistert davon, dass nun auch alle die nichts gemacht hatten – mich eingeschlossen – eine Stunde eher kommen sollten.
Wie du sicher weißt, werden Klassen immer kollektiv bestraft. Ich fand das auch damals schon nicht gut. Ich fragte mich, warum er nicht einfach die nachsitzen ließ, die gestört hatten. Heute kenne ich den Grund dafür. Er wollte denen, die den Unterricht störten keinen Lernvorsprung denen gegenüber geben, die sich ruhig verhielten.
Als ich zu Hause war, drehte ich erst einmal meine Musik auf. Das machte ich immer, wenn ich sauer war und mich beruhigen wollte. Bisher hatte das auch immer funktioniert.
Dann hatte ich plötzlich das Bild eines Jungen vor Augen. Nur den Bruchteil einer Sekunde, wie eine Erinnerung. Aber ich hatte ihn noch nie gesehen.
Ich weiß nicht, ob du so etwas kennst. Das Bild eines Menschen, den du noch nie gesehen hast, taucht vor dir auf und du beginnst zu grübeln. Du überlegst, wo du ihn schon mal gesehen hast, aber du drehst dich nur im Kreis und kommst zu keinem Ergebnis. Nach ein paar Minuten vergisst du ihn dann wieder. Doch bei mir war es ein wenig anders, schon allein, weil der Junge sehr ungewöhnlich aussah. Hätte ich ihn schon mal gesehen, so wäre meine Erinnerung an ihn niemals verloschen. Seine Haut war sehr blass gewesen, sein Haar extrem hell – ja schon fast weißblond – und seine Augen hatten einen seltsamen roten Schimmer. Ich bekam Herzklopfen, fühlte mich vom einen auf den anderen Moment unbeschreiblich gut und hätte am liebsten die ganze Welt umarmt. Meine Wut war verflogen und ich dachte nur noch an ihn. Den ganzen Freitag und auch das gesamte restliche Wochenende.
Lesermeinungen
Ekaterina Fomina
Das Buch „Masken“ gehört ab nun sicherlich zu einer meiner liebsten Reality-Erzählungen. Ich finde es toll, dass diese für manche wirklich alltägliche Dinge, in solch einer spannenden Erzählform dargeboten werden. Vor allem erlebt man einige Überraschungen im Verlauf der Geschichte. Ich habe angefangen, die Story zu lesen und habe sie kein einziges Mal zur Seite gelegt. Ich lachte und war auch manchmal traurig mit den Charakteren, vor allem, weil man sich so toll in die Situation hineinversetzen kann. Trotz ausführlicher Schilderungen, wird der Fantasie des Lesers viel Freiraum gegeben, dies macht das Buch noch interessanter. Nun, ich rate mal, ihr lest es selbst, damit ihr wisst was ich meine.
Jessica
„Masken“ rückt Formen der Gewalt in den Mittelpunkt, vor denen unsere Gesellschaft leider nur allzu oft die Augen verschließt. Durch Schilderungen der Ich-Erzählerin Sarah wird dem Leser jedoch nicht nur diese Problematik nähergebracht, sondern auch ein lebendiger Blick auf alle Charaktere ermöglicht. Diese sind sympathisch und glaubwürdig beschrieben, sodass man sich wirklich für sie interessiert und mit ihnen mitfühlt. Ich habe „Masken“ schon dreimal verschlungen und es fesselt mich immer wieder von Neuem, sodass ich dieses Buch nur weiterempfehlen kann.
Vivi
Ich finde das Buch gut, da es sich mit einen realen Thema befasst. Und das man auch mal sieht wie es im realen Leben aussieht.
Diana Rath
Das Buch "Masken" ist eine sehr wertvolle Jugendlektüre die ich gerne so manch einer Klasse/Schüler ans Herz legen möchte. Die Geschichte räumt mit Vorurteilen auf und zeigt, dass so manch ein Mensch sich in der Öffentlichkeit doch anders gibt, als er in Wirklichkeit ist. In dem Buch erzählt Sarah über ihre Schulzeit in der 9 Klasse. Diese Zeit war alles andere als rosig, da eine handvoll Schüler sowohl Lehrer als auch die Klassenkammeraden vollkommen in der Hand hat. Jeder Schultag wird somit für die Lehrer als auch für die Schüler zur reinen Tortur und keiner traut sich etwas dagegen zu unternehmen. Heutzutage sieht es leider an vielen Schulen nicht anders aus. Schüler werden geneckt, unterdrückt und keiner Traut sich etwas dagegen zu tun, da sie in einem Teufelskreis der Mobberei gefangen sind. Doch dieses Buch zeigt, das die Dinge oftmals anders sind als sie scheinen und man genauer nachforschen sollte, ehe man sich ein vermeidliches Urteil fällt. Wie gesagt möchte ich dieses Buch jedem Schüler und jedem Lehrer ans Herz legen und empfehle es sogar als kleine Schullektüre!
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