.:Tauchgang:.
Titel: Tauchgang
Genre: Jugendbuch
Altersempfehlung: 12 Jahre
Verlag: Tredition
ISBN: 978-3940921291
Preis: 7,99€
Seiten: 88
E-Book: Tauchgang ist über den Verlag auch als e-book erhältlich. Preis: 1,99€
Marks Leben bewegt sich immer mehr an den Abgrund. In der Schule hat er mit seinen Mitschülern, wie auch mit seinen immer schlechteren Noten, Probleme. Als sein Vater ihn auch noch schlägt, nimmt Marks Leidensweg seinen Lauf. Er reißt aus und versteckt sich einige Tage auf einem Hochstand. Doch er wird gefunden und kommt in ein Heim in Berlin, wo das Schicksal es ihm ebenfalls nicht einfacher macht.
Um seine Freunde nicht zu belasten, hält der Junge alles geheim. Nur seinem Tagebuch erzählt er von seinen Sorgen.
Leseprobe
Dies ist das Tagebuch eines Jungen,
den es nie gegeben hat.
Doch ich bin mir sicher, dass es viele gibt, die ihre
Sorgen, Ängste, Hoffnungen, Sehnsüchte und Schmerzen
in ihm wieder finden.
Mark lernt die Dunkelheit kennen
Aber auch das Licht
Wie ein Wal, der in die Tiefen hinab steigt,
um dann wieder hinauf an die Sonne zu kommen.
Hallo Tagebuch,
18.9
schreibt man das so? Ich habe noch nie ein Tagebuch geschrieben und wenn Kim mir nicht dieses Buch geschenkt hätte, dann wäre es auch nie dazu gekommen. Sie meinte ich könnte hier drin meine Probleme besser verarbeiten und lösen, weil ich keine Scheu haben muss etwas zu schreiben, woran sich andere anstoßen könnten. Aber ich glaube kaum, dass sich meine Probleme nur durch ein wenig schreiben bessern oder gar lösen können! Dennoch bin ich bereit es für Kim zu versuchen. Schaden kann es ja nicht...
Ich sollte vielleicht einmal meine Sorgen auflisten. Ich habe mal gelesen, dass man sich ihrer so besser bewusst wird und einem damit die Verarbeitung leichter fallen würde.
Ich bin dumm
Ich kann mich nicht verstellen
Ich kann mich nicht durchsetzen und für meine eigenen Ziele kämpfen
Ich nehme alles hin
Das alles führt dazu, dass ich nicht in diese wunderschöne „Vorzeige Familie“ passe, die mein Vater will, meine Mutter vorspielt und meine Schwester schon lange verlassen hat, um ihr eigenes Leben zu führen. Ich fiebere dem Tag entgegen, an dem ich ihr endlich folgen kann. 2 Jahre noch... Dann muss ich keine Angst mehr haben, wenn ich mal wieder eine 5 geschrieben habe und dann auch noch der Sündenbock für alles Elend dieser Welt werde.
Ich frage mich, was mein Vater tun wird, wenn er endlich begreift, dass ich sitzen bleiben werde und nicht mehr auf dieses Gymnasium gehen will, wo sich doch alle für Einstein persönlich halten. Ich wollte von Anfang an nicht auf ein Gymnasium gehen, aber warum musste es auch noch diese Schule sein, von der allgemein bekannt ist, dass dort nur die Besten überleben! Oder auch diejenigen, dessen Eltern mit den Lehrern gute Kontakte haben. Friss oder stirb – eine andere Möglichkeit gibt es nicht und ich bin auf dem besten Weg Selbstmord zu begehen.
Ich bin so froh, dass die Lobos1 zu mir halten. So hat Anja unsere Gruppe genannt, weil sie so gerne Spanisch und Wölfe mag. Ja, Wölfe! Ein Rudel, das zusammenhält, füreinander einsteht und eine Alfa-Wölfin (Anja) hat, die immer für einen da ist. Der nahe gelegene Wald ist unser Revier. Dort machen wir das, was wir am besten können. Unsere Grenzen mit den Fahrrädern austesten. Sobald ich im Sattel sitze und mir der Wind um die Nase weht, dann bin ich frei und glücklich. Ja, dann kann ich alle meine Sorgen vergessen. Den Ärger zu Hause, in der Schule oder wo auch immer. Dann bin ich frei wie ein Wolf, der durch sein Revier rennt und den nichts und niemand aufhalten kann. Meine Eltern gefällt das nicht. Mir gefällt aber auch nicht, was sie tun. Wenn ich die Stimme meines Vaters höre, wenn er wieder sagt, dass ich seinem Ruf in der Firma schade, wenn ich so schlechte Noten nach Hause bringe, dann wird mir schlecht. Warum erzählt er seinen Kollegen auch davon? Er weiß doch, dass ihre Kinder alle so viel besser sind als ich. Mit meiner Schwester konnte er Eindruck machen, schließlich hat sie auf meiner Schule Abi gemacht und das mit 17 (!). Was niemand außer unsere Familie weiß ist, wie sehr Vater Karin angestachelt hat und ständig hinter ihr stand und aufpasste, damit sie auch wirklich lernte und nichts anderes machte. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sie einmal mit Freunden ausgegangen ist oder, dass sie überhaupt von welchen erzählt hat. Es wundert mich nicht, dass sie mit 18 ausgezogen ist. Ich werde es auch tun, sobald ich die Möglichkeit habe. Die Lobos sind im Moment meine einzigen Freunde. Bei ihnen kann ich völlig unbeschwert, frei und einfach ich selbst sein.
Es wundert mich... Ich wollte gar nicht so viel schreiben und nun sind schon vier Seiten voll! Es kam einfach aus mir heraus. Vielleicht hatte Kim ja doch Recht? Ich sollte es weiter versuchen... Lesermeinungen
Diana Rath
Dieses Buch ist genau wie ihr Erstes, in der Ich-Form geschrieben und ich finde die Autorin hat sich hier absolut selbst übertroffen!
Man liest im Tagebuch des Protagonisten und erlebt mit ihm die Höhen und Tiefen seines Lebens.
Der Klappentext selbst gewährt nur einen winzigen Einblick, in das katastrophale Leben von Mark.
Die Geschichte ist sehr mitreisend geschrieben, so dass ich es in einem Rutsch durchlesen musste.
Immer wenn man glaubt, es kann nicht mehr schlimmer werden, schafft es die Autorin einen neuen Tiefpunkt zu erreichen!
Es bleibt bis zum Schluss in einer Tour spannend und ich finde dieses Buch hat eine Wichtige Lehre parat:
„Wenn du Probleme hast, dann Sprich darüber!“
Dieses Buch ist eine hervorragende Klassenlektüre, die gerade für Jugendliche ab 13 Jahre sehr interessant ist.
Beim Lesen selbst habe ich an viele Leute gedacht, die ähnliche Probleme hatten.
Ich kann es wirklich nur empfehlen!
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