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Titel:
Masken
Genre: Jugendbuch
Altersempfehlung: 12 Jahre
Verlag: ReDiRoma Verlag
ISBN: 978-3-9811245-4-5
Preis: 6,90€
Seiten: 56
Masken ist für Leser ab 12 Jahren geeignet und beleuchtet das Thema Mobbing und
Gewalt unter Jugendlichen einmal von einer anderen Seite. Sarah erzählt aus
ihren Erinnerungen an die Schulezeit, wo sie und ihre Klasse große Probleme mit
einer kleinen Gruppe von Jungs hatte die alle terrorisierten und auch die Lehrer
kaum etwas dagegen tun konnte. Doch als Wesley neu in die Klasse kommt, nimmt
das ganze eine Wendung, denn dieser lässt sich nicht so leicht einschüchtern,
auch wenn er selber Probleme mit seiner Familie hat.
Erschienen 2007
Warum Masken?
Das mögen sich wohl einige Fragen, wenn sie diesen Titel lesen. Mit diesem
Buch möchte ich zeigen, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten
Blick erscheint und dass Täter und Opferrollen sehr schnell tauschen können.
Ich finde es wichtig, dass man das Verhalten von Menschen immer hinterfragt.
Niemand handelt einfach ohne Grund und wenn man eine Handlung nicht
nachvollziehen kann, so ist es immer wichtig nachzuhaken. Einen Menschen einfach
in eine Schublade zu stecken, ist sicher nicht der richtige Weg.
Es ist nicht abwegig, dass die Menschen, die sich als stark präsentieren hinter
ihrer Fassade gar nicht so mutig sind und nur große Sprüche klopfen, weil sie
ihre Schwächen nicht zugeben wollen.
Auf der anderen Seite kann jemand, den man für schüchtern und zurückhaltend
sein kann über sich hinaus wachsen und sie sind es meist, die von andere
vollkommen unterschätzt werden.
Von diesem Thema handelt Masken.
Leseprobe
Vorwort
Hallo! Mein Name ist Sarah. Die kleine, langweilige, durchschnittliche Sarah.
Ich weiß nicht, ob du bereit bist mich zu hören, denn es ist mir durchaus
bekannt, dass ich Dinge sage, die du nicht hören willst. Ich weiß, dass es
viele Menschen gibt, die aus Angst, vor dem, was wirklich ist, eine Maske
tragen, um andere damit zu täuschen. Sie täuschen andere, um der Realität zu
entfliehen, weil sie diese nicht mehr wahrhaben wollen oder ertragen können.
Doch manchmal gelingt es jemanden hinter diese Maske zu blicken.
Was ich auch weiß ist, dass wir lieber die Auswirkungen bekämpfen, als nach
den Ursachen zu suchen. Nach den Ursachen beginnen wir erst zu forschen, wenn
uns die Probleme über den Kopf wachsen und wir dann bereit sind alles zu tun,
um den Zustand zu verändern. Ich war eine lange Zeit nicht anders, doch das
Leben hat mich gelehrt, mein bisheriges Handeln zu überdenken.
Aber ich werde dir noch mehr erzählen. Du wirst Opfer und Täter kennen lernen
und sehen, dass es manchmal nicht einfach ist die Grenzen wirklich zu erkennen.
Bist du noch da?
Hallo! Ist da jemand?
Teil 1
Wenn man etwas erzählen will, so ist es immer schwer einen Anfang zu finden. Würde
ich zu weit in der Vergangenheit beginnen, so wärest du sicher sehr bald
gelangweilt. Schreite ich zu weit fort, so könntest du mir vielleicht nicht
mehr folgen.
Ich denke, es genügt, wenn ich einen Tag vor dem großen Sturm, der das Wasser
zum Schäumen brachte, beginne. Ich kann mich dran erinnern, als wäre es
gestern gewesen.
Es war an einem Freitag und ich war sauer. Weißt du, meine Klasse war sehr
schwierig. Wir hatten einen Handvoll Schüler, die es geschafft hatten, den
gesamten Unterricht fast vollständig zum Erliegen zu bringen. Die anderen Schüler
hatte Angst vor ihrem Psychoterror. Wie nennt man das? Ach ja, genau –
Mobbing. Wenn du schon selber einmal in einer solchen Situation gewesen sein
solltest, dann weißt du sicher, wie schwer es zu beschreiben ist. Eine Mischung
aus Angst, Unbehagen und immer weiter schwindenden Selbstwertgefühl. Hinzu
kommt der grausame Schmerz, der sich in die Seele brennt, wenn du irgendwann den
Punkt erreichst, an dem du feststellst, dass du hilflos bist.
So ging es mir zu diesem Zeitpunkt. Mir war vollkommen bewusst, dass ich hilflos
war, aber in mir brannte immer noch eine kleine Flamme, die mir half mich zu
wehren. Auch wenn dieser Widerstand mit jedem Tag kleiner wurde, so wollte ich
in meiner Hilflosigkeit auf keinen Fall auch noch wehrlos werden. Meine Seele
brauchte diesen ständigen Kampf, um nicht ganz zu verkümmern.
Bei uns in der Klasse, waren es aber nicht nur die Schüler, die unter den
Wenigen leiden mussten, sondern auch die Lehrer. Denn aus Angst ausgelacht zu
werden, traute sich kaum noch einer sich zu melden.
Einen Lehrer hatten sie damit schon so weit gebracht, dass er unsere Klasse
abgegeben hatte, weil er sich nicht mehr zu helfen gewusst hatte. Daraufhin
bekamen wir einen neuen Lehrer in Mathe und er war auch der Grund, warum ich so
sauer war. Herr Seifert hatte sofort begonnen die Klasse mit harter Hand zu
unterrichten und ließ sich nichts gefallen. Was ich natürlich erst einmal
richtig gut fand. In mir war tatsächlich wieder Hoffnung aufgekeimt.
Was ich allerdings überhaupt nicht gut fand, war, dass Her Seifert nicht nur
die Chaoten bestrafte, sondern auch alle die, welche nichts getan hatte und
eigentlich schon gestraft genug waren. Um den Unterrichtsstoff aufzuholen, den
wie auf Grund der ständigen Störungen versäumt hatten, mussten wir Montags
nun immer zur ersten, statt zur zweiten Stunde kommen. Zunächst hatte er das
Nachholen durch zusätzliche Hausaufgaben geplant. Nachdem sich die Chaoten aber
so beschwerten, dass sie dann Nachmittags keine Zeit mehr hatten, war Herr
Seifert sauer geworden. Daraufhin entschied er, dass wir auch Montags zusätzlich
eine Stunde Unterricht bekommen sollte. Ich war wenig begeistert davon, dass nun
auch alle die nichts gemacht hatten – mich eingeschlossen – eine Stunde eher
kommen sollten.
Wie du sicher weißt, werden Klassen immer kollektiv bestraft. Ich fand das auch
damals schon nicht gut. Ich fragte mich, warum er nicht einfach die nachsitzen
ließ, die gestört hatten. Heute kenne ich den Grund dafür. Er wollte denen,
die den Unterricht störten keinen Lernvorsprung denen gegenüber geben, die
sich ruhig verhielten.
Als ich zu Hause war, drehte ich erst einmal meine Musik auf. Das machte ich
immer, wenn ich sauer war und mich beruhigen wollte. Bisher hatte das auch immer
funktioniert.
Dann hatte ich plötzlich das Bild eines Jungen vor Augen. Nur den Bruchteil
einer Sekunde, wie eine Erinnerung. Aber ich hatte ihn noch nie gesehen.
Ich weiß nicht, ob du so etwas kennst. Das Bild eines Menschen, den du noch nie
gesehen hast, taucht vor dir auf und du beginnst zu grübeln. Du überlegst, wo
du ihn schon mal gesehen hast, aber du drehst dich nur im Kreis und kommst zu
keinem Ergebnis. Nach ein paar Minuten vergisst du ihn dann wieder. Doch bei mir
war es ein wenig anders, schon allein, weil der Junge sehr ungewöhnlich aussah.
Hätte ich ihn schon mal gesehen, so wäre meine Erinnerung an ihn niemals
verloschen. Seine Haut war sehr blass gewesen, sein Haar extrem hell – ja
schon fast weißblond – und seine Augen hatten einen seltsamen roten Schimmer.
Ich bekam Herzklopfen, fühlte mich vom einen auf den anderen Moment
unbeschreiblich gut und hätte am liebsten die ganze Welt umarmt. Meine Wut war
verflogen und ich dachte nur noch an ihn. Den ganzen Freitag und auch das
gesamte restliche Wochenende.
Lesermeinungen
Ekaterina Fomina
Das Buch „Masken“ gehört ab nun sicherlich zu einer meiner liebsten
Reality-Erzählungen. Ich finde es toll, dass diese für manche wirklich alltägliche
Dinge, in solch einer spannenden Erzählform dargeboten werden. Vor allem erlebt
man einige Überraschungen im Verlauf der Geschichte. Ich habe angefangen, die
Story zu lesen und habe sie kein einziges Mal zur Seite gelegt. Ich lachte und
war auch manchmal traurig mit den Charakteren, vor allem, weil man sich so toll
in die Situation hineinversetzen kann. Trotz ausführlicher Schilderungen, wird
der Fantasie des Lesers viel Freiraum gegeben, dies macht das Buch noch
interessanter. Nun, ich rate mal, ihr lest es selbst, damit ihr wisst was ich
meine.
Jessica
„Masken“ rückt Formen der Gewalt in den Mittelpunkt, vor denen unsere
Gesellschaft leider nur allzu oft die Augen verschließt. Durch Schilderungen
der Ich-Erzählerin Sarah wird dem Leser jedoch nicht nur diese Problematik nähergebracht,
sondern auch ein lebendiger Blick auf alle Charaktere ermöglicht. Diese sind
sympathisch und glaubwürdig beschrieben, sodass man sich wirklich für sie
interessiert und mit ihnen mitfühlt. Ich habe „Masken“ schon dreimal
verschlungen und es fesselt mich immer wieder von Neuem, sodass ich dieses Buch
nur weiterempfehlen kann.
Vivi
Ich finde das Buch gut, da es sich mit einen realen Thema befasst. Und das man
auch mal sieht wie es im realen Leben aussieht.
Diana Rath
Das Buch „Masken“ ist eine sehr wertvolle Jugendlektüre die ich gerne so
manch einer Klasse/Schüler ans Herz legen möchte. Die Geschichte räumt mit
Vorurteilen auf und zeigt, dass so manch ein Mensch sich in der Öffentlichkeit
doch anders gibt, als er in Wirklichkeit ist. In dem Buch erzählt Sarah über
ihre Schulzeit in der 9 Klasse. Diese Zeit war alles andere als rosig, da eine
handvoll Schüler sowohl Lehrer als auch die Klassenkammeraden vollkommen in der
Hand hat. Jeder Schultag wird somit für die Lehrer als auch für die Schüler
zur reinen Tortur und keiner traut sich etwas dagegen zu unternehmen. Heutzutage
sieht es leider an vielen Schulen nicht anders aus. Schüler werden geneckt,
unterdrückt und keiner Traut sich etwas dagegen zu tun, da sie in einem
Teufelskreis der Mobberei gefangen sind. Doch dieses Buch zeigt, das die Dinge
oftmals anders sind als sie scheinen und man genauer nachforschen sollte, ehe
man sich ein vermeidliches Urteil fällt. Wie gesagt möchte ich dieses Buch
jedem Schüler und jedem Lehrer ans Herz legen und empfehle es sogar als kleine
Schullektüre!
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